Narrenweisheit

(Welf Kerner: Gesang, Spiel, Akkordeon, Saiten,  Komposition)

"Weisheit ist nicht mitteilbar - Weisheit, die ein Weiser mitzuteilen versucht, klingt immer wie Narrheit" (Hermann Hesse, "Siddharta"). Wie klingt es aus dem Munde des Narren? Wer Ohren  hat, der höre....

"Wie können wir Weisheit kultivieren?"  Diese Frage muss zu jeder Zeit aufs neue beantwortet werden.

"Narrenweisheit"  heißt das neue Programm von und mit Welf Kerner, in dem er sich von dieser Frage inspirieren lässt. Dabei spannt er einen großen Bogen aus Einsichten der letzten Jahrtausende und mischt diese mit seinen eigenen närrischen Weisen um Aussichten zu schaffen.

Der Narr steht  für die Freiheit und die Unabhängigkeit des Individuums (des "Unteilbaren"), den Willen, zu sich selbst zu stehen und zu werden, was er ist: Hüter seines eigenen Gesetzes: der "Narrenweisheit" .

Seine Symbole sind neben der Narrenkappe der Narrenstab, Spiegel, Glöckchen, Peitsche und natürlich alles, was Krach macht.

Der Narr kann loslassen, ist spontan und immer bereit für eine Narretei. Er steht außerhalb bürgerlicher Konventionen und pfeift auf Gut und Geld, lieber tanzt er über den Dingen.

Der Narr ist ein Sucher und Versucher: er steuert sein Narrenschiff über tückische, bunte Meere und knüpft aus den Rätseln, die er sieht, seine  Lieder und Geschichten.

Er ist ein Narr, der gerne selber lacht: über menschliche Kleinheit, Verblendung, Eitelkeit und der dem herrschenden Zeitgeist genüsslich seinen Spiegel vorhält.

Das Christentum des Mittelalters sah den Narren auch mit Tod und Teufel im Bunde. Ebenso wie  Spielleute und Vogelfreie waren die Narren von den Sakramenten und der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen. Seitdem steht der Narr auch als Metapher für die Vergänglichkeit allen irdischen Strebens.

Narrenweisheit ist Freude am intuitiven Experiment, ist kreativer Zufall und Spiel mit dem Bewusstsein; Tür zum einen und Brücke zum anderen.Des Narren Bündel enthält die Fülle aller Möglichkeiten. Der Narr steht für die Fähigkeit, mit sich selbst befreundet zu sein und dem Geist der Schwere immer wieder ein Schnippchen zu schlagen.

Narrenweisheit ist ein lustvolles Spiel zwischen gestern und morgen im Hier und Jetzt.

Zur Premiere am Freitag, den 13.11.2015 schrieb die Hessisch Niedersächsische Allgemeine:

"Wie  der Kasseler Musiker Welf Kerner ihn (den Narren) von der Leine lässt, ist tiefsinnige, verzaubernde und komische  Unterhaltung. Am Freitag feierte Kerner vor 50 Besuchern in der Ekstasebar Premiere mit seinem Programm "Narrenweisheit".
Wie der 55jährige eigene Texte, aber auch solche von Goethe, Ringelnatz und Nietzsche mit einer Fülle origineller Einfälle und Narrenkappe, Gong und Peitsche verschmolz, hatte den Zauber eines Jahrmarktstheaters.

Seine Ausstrahlung pendelt zwischen Mystik und Clownerie. Selbst gestrickte Lieder gibt er zum Besten, singt sie mit Charakterstimme. Beständig wechselt er von der Bühne in den Zuschauerraum und spielt dabei Akkordeon, Gitarre, Tröte und Mundharmonika. Die Themen, die er verknüpft, haben stets alle großen Dichter in den Bann gezogen: Weisheit, Kindheit, Schwermut.

Ein wunderbares Programm: tiefsinnig, närrisch, liebenswert." (Steve Kuberczyk-Stein)

Veranstalter aufgepasst: Das Programm ist GEMA-frei! (Danke Fleming, Goethe, Nietzsche, Rilke, Ringelnatz,  Schiller,  u.v.m.)

Termine: 

Freitag  29.1. 2015  20.00 Uhr Kassel  Cafe Bebelplatz   Kartenvorbestellung    0170 8110394